Der Markt für No-Code-Automatisierungstools wächst rasant: Laut Gartner wird der weltweite Markt für Low-Code-Plattformen bis 2026 auf über 29 Milliarden US-Dollar anwachsen. Zwei Plattformen dominieren dabei den Mittelstandsbereich: n8n und Make (früher Integromat). Beide ermöglichen es, Workflows zwischen hunderten von Apps zu verbinden — ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben. Doch welches Tool ist das richtige für Ihr Unternehmen?
Was sind n8n und Make?
n8n ist ein Open-Source-Automatisierungstool, das 2019 in Berlin gegründet wurde. Es kann selbst auf Ihrem Server betrieben werden (Self-Hosting) oder über die Cloud-Version genutzt werden. Die Stärke: vollständige Datenkontrolle, unbegrenzte Workflows in der Community-Edition und eine sehr aktive Entwickler-Community.
Make (gegründet als Integromat in Prag) ist ein Cloud-basiertes Automatisierungstool mit einer besonders intuitiven, visuell ansprechenden Oberfläche. Make bietet über 1.500 App-Integrationen und eignet sich besonders gut für Teams, die schnell starten möchten, ohne technisches Vorwissen.
Benutzeroberfläche & Lernkurve
Make punktet hier klar: Die visuelle Canvas-Oberfläche mit farbkodierten Modulen ist intuitiv und macht komplexe Workflows auf einen Blick verständlich. Auch Nicht-Techniker finden sich schnell zurecht.
n8n hat eine steilere Lernkurve, bietet dafür aber mehr Flexibilität. Wer JavaScript-Kenntnisse mitbringt, kann Workflows mit eigenem Code erweitern — ein großer Vorteil für individuelle Anforderungen.
Kosten & Preismodell
Hier liegt einer der wichtigsten Unterschiede:
- Make: Kostenpflichtig ab dem ersten produktiven Einsatz. Das Starter-Paket beginnt bei ca. 9 €/Monat (1.000 Operationen). Bei höherem Volumen steigen die Kosten schnell an.
- n8n Self-Hosted: Die Community-Edition ist kostenlos — Sie zahlen lediglich für den Server (ab ca. 5–10 €/Monat). Ideal für kosteneffiziente Skalierung.
- n8n Cloud: Ab 20 €/Monat, inklusive Hosting und Support.
Für Unternehmen mit hohem Automatisierungsvolumen ist n8n langfristig deutlich günstiger.
Integrationen & Konnektoren
Make bietet mit über 1.500 vorgefertigten Integrationen eine breitere Auswahl für Standard-Apps (Google Workspace, Slack, Shopify, HubSpot, etc.). n8n kommt auf über 400 Konnektoren — wächst jedoch schnell dank der Open-Source-Community. Für spezielle oder selbst entwickelte Software bietet n8n außerdem eine einfache HTTP-Request-Node, über die sich jede REST-API ansprechen lässt.
Datenschutz & DSGVO
Für datensensible Branchen (Gesundheit, Recht, Finanzen) ist n8n Self-Hosted klar im Vorteil: Alle Daten bleiben auf Ihrem eigenen Server innerhalb der EU. Make speichert Daten standardmäßig auf US-amerikanischen Servern — wobei EU-Hosting-Optionen verfügbar sind, aber zusätzlich konfiguriert werden müssen.
Wer sollte welches Tool wählen?
- Make ist ideal, wenn: Sie schnell starten möchten, kein technisches Team haben, vor allem Standard-Apps verbinden und ein überschaubares Automatisierungsvolumen haben.
- n8n ist ideal, wenn: Datenschutz und Datensouveränität wichtig sind, Sie individuelle Anpassungen oder eigene APIs benötigen, das Volumen hoch ist und Sie Kosten optimieren möchten.
„Die beste Plattform ist nicht die mit den meisten Features — sondern die, die Ihr Team tatsächlich nutzt und die zu Ihren Prozessen passt."
Wie Sinthu Consulting Sie unterstützt
Wir sind plattformunabhängig und setzen für unsere Kunden je nach Anforderung sowohl n8n als auch Make ein. In unserer Prozessautomatisierungsberatung analysieren wir Ihre Prozesse, empfehlen das passende Tool und übernehmen die gesamte Implementierung und Schulung. Sprechen Sie uns an.
Quellen & Weiterführendes
- Gartner (2024): Magic Quadrant for Enterprise Low-Code Application Platforms. gartner.com
- n8n.io (2025): Official Documentation and Pricing. n8n.io
- Make.com (2025): Official Documentation and Pricing. make.com
- Forrester Research (2023): The Total Economic Impact of No-Code Automation. forrester.com